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Venedig

20.11.2003
von Tom Dash

Wer das erste Mal nach Venedig kommt, der sollte sich der Stadt unbedingt von der Wasserseite her nähern (vom Flughafen per Wassertaxi oder Alilaguna). Zwar besitzt Venedig seit einiger Zeit eine feste Landverbindung in Form eines Bahn- und Straßendamms, doch ist die Ankunft von der Seeseite her ungleich faszinierender und beeindruckender. Wenn der Wasserbus oder das Wassertaxi auf San Marco zusteuert, dann erlebt man die Ankunft in Venedig so, wie sie die Reisenden über viele Jahrhunderte zuvor erlebt haben.

Gondelflotte am San Marco
Gondelflotte am San Marco

Venedig wurde gegründet von Flüchtlingen aus der Völkerwanderungszeit, die in den Wirren nach dem Zusammenbruch des römischen Reiches auf den Inseln in der Lagune Zuflucht gesucht haben. Durch geschickte Ausnutzung des Handels mit dem Orient stieg Venedig im 13. Jahrhundert zur beherrschenden Macht des Mittelmeerraumes auf. Die Entdeckung Amerikas und des Seeweges nach Indien durch Vasco da Gama leiteten den langsamen Abstieg Venedigs ein, der schließlich zum Verlust der Unabhängigkeit und 1866 zum Anschluss an Italien führte.

Venedig ist auf über 100 kleinen Inseln erbaut worden. Fast die gesamte Infrastruktur besteht aus kleinen Kanälen zwischen den Inseln und Hunderten von Fußgängerbrücken. Die Hauptverkehrsader ist der Canal Grande, der sich S-förmig durch die Stadt zieht. Transportiert wird in Venedig alles auf dem Wasser: Polizei, Feuerwehr, Krankentransport, Post, Taxi, alle haben eigene Boote. Autos gibt es - außer auf den Parkplätzen am Ende des Straßendamms - keine. Für sie wäre auch gar kein Platz in den labyrinthartigen Gassen der Stadt. Als Neuling sollte man immer einen Stadtplan dabei haben, sonst verläuft man sich sehr schnell!

Am Canal Grande
Am Canal Grande

Zu den unbeschreiblichen Höhepunkten eines Venedig-Urlaubs zählt die Fahrt auf dem Canal Grande. An beiden Ufern des Kanals stehen über hundert prunkvolle kleine Paläste, die Palazzi. Wem die Gondel zu teuer ist (€60 - €120), der nimmt das Vaporetto, das Linienschiff. An den größeren Anlegestellen gibt es Tages- und Mehrtageskarten zu kaufen (siehe ACTV).

Überqueren kann man den Canal Grande auf zwei Arten: über eine der drei Brücken - die Rialtobrücke aus dem 16. Jahrhundert mit ihren vielen kleinen Geschäften ist dabei sicherlich die interessanteste - oder mit einer kleinen Fähre, dem Traghetto. Dies ist eine Gondel, die zum Übersetzen über den Canal verwendet wird und nicht viel kostet (ca. €0.40).

Die Rialto-Brücke
Die Rialto-Brücke

Ein zentraler Anlaufpunkt für alle Touristen ist natürlich der Markusplatz, Piazza San Marco, mit seinen umliegenden Gebäuden. Dieses architektonisch einmalige Ensemble ist von Napoleon als "schönster Salon Europas" bezeichnet worden. Napoleon war auch derjenige, der dem Markusplatz sein heutiges Aussehen verschaffte, indem er den Platz durch den Bau der Ala Napoleonica abschloss.

Die ältesten Gebäude am Platz sind der 95m hohe Glockenturm, der Campanile de San Marco (12. Jahrhundert) und die Markuskirche (11. Jahrhundert). Der Campanile ist Anfang des 20. Jahrhunderts so baufällig gewesen, dass er am 14. Juli 1902 lautlos in sich zusammen fiel. Glücklicherweise war die Baufälligkeit rechtzeitig bemerkt worden, so dass durch eine Absperrung niemand zu Schaden kam. Der Turm wurde innerhalb von 9 Jahren unverändert wieder aufgebaut.

Ebenfalls am Markusplatz befinden sich die alten und neuen Prokuratien - u.a. mit dem berühmten Caffè Florian, Vorsicht: Getränke im Außenbereich sind exorbitant teuer - und der große Uhrenturm, Torre dell' Orologio.

Die Verbindung vom Markusplatz zum Wasser bildet die Piazetta, früher ein Hafenbecken. Hier befindet sich der Dogenpalast (14. Jahrhundert) - Sitz des Dogen - mit seinen vielen Säulen und ihm gegenüber die Markusbibliothek (16. Jahrhundert). Am Südrand der Piazetta stehen zwei Säulen zwischen denen zu früherer Zeit Verbrecher mit dem Schwert enthauptet wurden. Ein altes Sprichwort rät: "Hüte dich vor dem Platz zwischen den Säulen".

Der Dogenpalast
Der Dogenpalast

Noch weniger als andere Städte ist Venedig die Summe seiner Sehenswürdigkeiten. Venedig ist ein Kunstwerk, das man in seiner Gesamtheit erfassen sollte. Man sollte daher die "Trampelpfade" der Touristen verlassen und sich in die etwas abgelegeneren Stadtteile hinein wagen. Hier findet man ein Venedig vor, das weniger touristisch geprägt ist und in dem man noch das Leben der Veneter beobachten kann. So gehe man beispielsweise einmal das Judenviertel besuchen, in dem aufgrund der engen Platzverhältnisse einige der höchsten Gebäude in Venedig entstanden sind. Auch lohnt es sich einfach mal das Vaporetto zu nehmen und zu den anderen Inseln der Lagune wie der Friedhofsinsel, Murano oder Burano zu fahren.

Die Friedhofsinsel im Abendlicht
Die Friedhofsinsel im Abendlicht

Wer Venedig wirklich kennen lernen möchte, der sollte die Stadt besuchen, wenn die großen Touristenströme versiegt sind und man auch mal auf einer Brücke stehen bleiben kann, ohne einen "Verkehrsstau" zu verursachen. Als gute Reisemonate bieten sich Oktober und November an, es ist dann noch mild genug, um auch draußen in einem Café oder Restaurant sitzen zu können. Man sollte ggf. ein paar Gummistiefel einpacken, denn in den Wintermonaten ist die Wahrscheinlichkeit des Hochwassers, acqua alta, deutlich höher als im Sommer. Venedig ist nicht nur als Ziel einer Städtereise beliebt, sondern wird auch von vielen Urlaubern an der nördlichen Adria oder am Gardasee als Ziel für einen Tagesausflug besucht. Auch der Comer See mit der schönen Gemeinde Gravedona liegt noch in Reichweite.

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Bücher:

Venedig und die Lagune
Venedig und die Lagune
Von Birgit Weichmann

Dieser Reiseführer bietet echtes Insider-Wissen und gute Restaurant-Empfehlungen. Viele praktische Tipps zu Toiletten, Eis-Cafés, Espresso, Einkaufen... Und es gibt ein Interview mit Donna Leon!
Venedig, Die Stadt in der Lagune - Kirchen und Paläste, Gondeln und Karneval.
Venedig
Die Stadt in der Lagune - Kirchen und Paläste, Gondeln und Karneval.
Von Thorsten Droste

Obwohl als Kunstreiseführer beworben, eignet sich das Buch durchaus auch als "normaler" Reiseführer. Der Autor schildert zunächst ausführlich die interessante Geschichte Venedigs, um danach die Stadt dabei in mehreren Rundgängen zu erschließen. Viele der Bauten Venedigs werden sehr ausführlich beschrieben. Man muss das Buch allerdings wirklich durchlesen, als Referenz zu Venedig ist es nicht geeignet.
Venezianisches Finale
Venezianisches Finale
Von Donna Leon

Der erste Fall von Commissario Brunetti, dem mittlerweile einige weitere nachgefolgt sind. Gute Einstimmung für den Flieger oder die Bahn!

Alles auf einen Blick:

Was?Kurzurlaub
Wo?Venedig, Lagunenstadt in Norditalien
Wie lange? 2-7 Tage
WWWhttp://www.venetia.it/
Anfahrt Venedig selbst ist (fast) autofrei. Eine Ausnahme bildet die vorgelagerte Insel Lido. Man kann Venedig allerdings mit dem Auto über einen Damm durch die Lagune erreichen. Man muss das Auto dann auf den Parkplätzen am Ende des Damms abstellen. Im Sommer können diese auch überfüllt sein, eventuell lässt sich das Problem mit einem entsprechenden Trinkgeld an das Parkpersonal lösen.
Mit der Bahn Über den Damm kann man ebenfalls mit der Bahn nach Venedig reisen. Man kommt dann am westlichen Ende des Canal Grande im Bahnhof Santa Lucia an. Von München fahren bis zum frühen Nachmittag Züge im 2-Stunden-Takt nach Venedig. Die Fahrtdauer beträgt 7-7½ Stunden, man muss in Verona umsteigen.
Mit dem Flugzeug Der Flughafen von Venedig - Marco Polo - liegt auf terrà ferma, dem Festland. Man kann von dort mit dem Bus, dem Wasserbus oder dem Wassertaxi nach Venedig gelangen. Schöner ist der Wasserweg. Das Wassertaxi ist schneller und deutlich teuerer, der Wasserbus (Alilaguna) kostet €5 bis Fondamente Nove (Haltestelle im Norden) oder €10 bis San Marco. Wasserbus und Wassertaxi fahren an der gleichen Stelle ab, vom Flughafen fährt ein Shuttlebus in wenigen Minuten zur Anlegestelle. Die Fahrkarte für den Wasserbus sollte man schon auf dem Flughafen kaufen. Lufthansa oder deren Partner Air Dolomiti fliegt von Frankfurt und München, HLX von Hannover, Köln/Bonn und Stuttgart nach Venedig. Ryanair fliegt von Frankfurt/Hahn nach Treviso, knapp 40km nördlich von Venedig.

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