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Elba

1.8.2010
von Tom Dash

Nicht nur der Sage nach dreht sich bei Elba viel um Steine. Auch die Geschichte der Insel wird von Steinen bestimmt, vor allen Dingen vom Eisenerz, das auf Elba in großen Mengen und und guten Qualitäten vorkommt. Schon die Etrusker förderten auf Elba Eisen. Mit dem Vormarsch des römischen Reiches übernahmen die Römer die Eisengewinnung von den Etruskern. Sie tauften die Insel Ilva (= Eisen), aus dem sich das heutige Elba ableitet. Erst nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Eisenerzabbau auf Elba langsam eingestellt; die letzte Mine schloss 1982. Die Hauptstadt Elbas, die gleichzeitg der größte Fährhafen der Insel ist, heißt bezeichnenderweise Portoferraio - Eisenhafen.

Der zweite wichige Stein der Insel ist der Granit. Auch dieser wurde bereits von den Römern abgebaut. Viele römische Villen wurden mit Elba-Granit verziert und sogar die Säulen des Pantheons in Rom stammen aus Elba.

Bizarr geformter Granitfelsen
Bizarr geformter Granitfelsen

Neben Eisenerz und Granit ist Elba reich an anderen Minerlien. Über 150 verschiedene Mineralienarten werden auf der Insel gezählt. Das eigenmächtige Einsammeln von minerlischen Andenken ist allerdings mittlerweile verboten. Dafür kann man sich im Mineralien-Park in Rio Marina eine Auswahl an Elba-Mineralien ansehen und auch über die Geschichte der Eisenerzförderung auf der Insel informieren.

Im Gitterkäfig auf den Monte Capanne
Im Gitterkäfig auf den Monte Capanne

Doch man muss nicht an Mineralien interessiert sin, um einen Urlaub auf der toskanischen Insel zu verbringen. Elba eigent sich sehr gut für einen Bade- und Strandurlaub wie auch zum Wandern. Zwar gibt es auf Elba keine kilometerlangen Sandstrände, dafür aber viele kleine Buchten mit kleinen Fischerdörfern, wo man aus der Ferienwohnung oder dem kleinen Hotel in wenigen Schritten am und im Meer ist. Massentourismus ist auf Elba praktisch unbekannt. Zudem sind ca 2/3 der Elba-Touristen Italiener.

Für den Wanderer ist Elba aufgrund der bergigen Landschaft und der vielfältigen Natur interessant. Obwohl die Insel nur 27,5 km breit und in der Mitte an der schmalsten Stelle nur 3,5 km hoch ist, durchstößt der höchste Gipfel der Insel, der Monte Capanne, mit seinen 1019m die 1km-Marke. Den Monte Capanne kann man natürlich erwandern, man kann allerdings auch mit der einzigen Seilbahn der Insel, einer eigenwilligen Konstruktion österreichischer Bauart, hinauffahren und von oben den Blick nach Korskia und auf die anderen Inseln des toskanischen Archipels genießen.

Zu Elba fällt manchem auch der Name Napoleon ein, der abgesetzte Kaiser der Franzosen, der hier ins selbstgewählte Exil gegangen ist. Statt Elba hätte der kleine Korse auch Korfu oder seine Heimat Korsika für die Verbannung wählen können, doch er entschied sich für die kleine italienische Insel. Verbannung klingt hart, de facto hat Napoleon Elba als Herrscher in Besitz genommen und ist von der einheimischen Bevölkerung wohlwollend empfangen worden.

Letzlich verweilte Napoleon nicht mal ein Jahr auf Elba. Er hinterließ einige in seinem Auftrag umgebaute Residenzen und - heute - sich selbst, als kleine Figur in den Souvenirgeschäften.

Blick vom Monte Capanne nach Montecristo und das Fischerdorf Seccheto
Blick vom Monte Capanne nach Montecristo und das Fischerdorf Seccheto

Seit 1996 gehören 53% der Fläche Elbas zum Nationalpark Parco Nazionale Arcipelago Toscano. Der Nationalpark stellt neben mehr als der Hälfte der Landfläche Elbas die Nachbarinseln (einige komplett, andere teilweise) die größte Meeresfläche eines Nationalparks in Europa unter Schutz (ca. 60.000ha). Während man vom Meer noch hoffen kann, dass es weitgehend unberührt ist, so sind die Natur und die Landschaft Elbas - wie fast überall im Mittelmeerraum - von Menschen gemacht. Angefangen hat es mit dem Eisenabbau der Etrusker, der zur vollständigen Abholzung der Insel geführt hatte.

Im Westen der Insel, rund um die höchsten Gipfel Elbas findet man einige schöne Kastanien- und Kiefernwälder, in denen es sich herrlich wandern lässt. Sonst aber herrschen zwei Vegetationsformen vor: Maccia und Garrigue. Im Grunde genommen sind beide ähnlich, nur wächst die Maccia höher, weil es feuchter ist. Die Garrigue ist eher flach, maximal 2m hoch. Abseits der Wege sind beide Formen der nach der Abholzung entstandenen Vegetationen nahezu undurchdringlich.

Karte:



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Bücher:

Elba: Die 40 schönsten Tal- und Bergwanderungen, 40 Spaziergänge, Wanderungen und Bergtouren
Elba: Die 40 schönsten Tal- und Bergwanderungen
40 Spaziergänge, Wanderungen und Bergtouren
Von Wolfgang Heitzmann, Renate Gabriel

Dieser Wanderführer ist 2010 in neuer Auflage erschienen und somit wieder top-aktuell. Die Auswahl der Touren verteilt sich über die ganze Insel und reicht Rother-typisch von einfachen Spaziergängen bis zu anspruchsvollen Bergtouren.
Elba, Die Inseln des toscanischen Archipels
Elba
Die Inseln des toscanischen Archipels
Von Eva Gründel, Heinz Tomek

Ein ausführlicher Reisführer mit schöner Darstellung von Geschichte, Natur und Mineralien der Insel. Auch die umliegenden Inseln werden (kurz) beschrieben.

Alles auf einen Blick:

Wo?Elba, Insel im nördlichen Mittelmeer vor der italienischen Küste
WWWhttp://www.elba.it/TEDESCO/index.html
Anfahrt Man erreicht Elba per Auto vom Festland aus über den Fährhafen von Piombino. Zwei Fährlinien (Moby Lines und Toremar) fahren die Insel etwa im Stundentakt an. Eine vorherige Reservierung ist nur in der Hauptsaison (Juli, August) notwendig.
Mit dem Flugzeug Elba selbst besitzt einen kleinen Flughafen, der aus Süddeutschland und der Schweiz angeflogen wird (Bern, Friedrichshafen, München, Zürich). Alle anderen Reisenden müssen einen Flughafen auf dem Festland (Pisa, Florenz) wählen und die Insel per Fähre von Piombino ansteuern.

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